Degenerativ

Omarthrose

Degenerative Arthrose des glenohumeralen Gelenks. Progressiver Knorpelverlust. Primär oder sekundär (posttraumatisch, Rotatorenmanschettenarthropathie).

Die Omarthrose ist die degenerative Arthrose des glenohumeralen Gelenks, gekennzeichnet durch den progressiven Verlust des Gelenkknorpels. Man unterscheidet die primäre Omarthrose (idiopathisch, konzentrische Verengung des Gelenkspalts) und die sekundäre Omarthrose (posttraumatisch, Rotatorenmanschettenarthropathie mit anterosuperiorer Humeruskopfmigration, Instabilitätsarthropathie, avaskuläre Nekrose). Die Walch-Klassifikation der glenoidalen Morphologie (Typ A zentral, Typ B posterior, Typ C Glenoid-Dysplasie) leitet die Prothesenwahl. Die Behandlung ist in erster Linie konservativ, dann chirurgisch (anatomische Prothese oder inverse Prothese je nach Zustand der Rotatorenmanschette).

Merkmale

  • Fortschreitender tiefer Schulterschmerz, verschlimmert durch Aktivität und bei kaltem Wetter. Progressive Steifheit, besonders in Außenrotation und Elevation. Krepitieren bei Bewegung.
  • Progressive Steifheit in allen Ebenen, Außenrotation zuerst betroffen. Krepitieren bei passiver Bewegung. Atrophie des Deltamuskels und der Rotatorenmanschettemuskeln.
  • Röntgenbilder (Referenz): Gelenkspaltverschmälerung, subchondrale Sklerose, Osteophyten, posteriore Glenoidabnutzung (Walch-Klassifikation). CT mit 3D-Rekonstruktion für die präoperative Planung.
  • Bei sekundärer Omarthrose: Suche nach Rotatorenmanschettenriss (Rotatorenmanschettenarthropathie → inverse Prothese), avaskuläre Nekrose, posttraumatische Ursache.

Medizinische und chirurgische Behandlung

  • Konservative Erstbehandlung: Physiotherapie (Beweglichkeit + isometrische Kräftigung), NSAR, intraartikuläre Hyaluronsäure-Infiltration (moderate Wirksamkeit), Kortikoid-Infiltration.
  • Intakte Rotatorenmanschette: anatomische Schultertotalprothese (Humeruskomponente + Glenoidkomponente). Goldstandard für primäre Omarthrose. Überlebensrate > 90% nach 15 Jahren.
  • Gerissene Rotatorenmanschette (Rotatorenmanschettenarthropathie): inverse Schulterprothese (Grammont). Kugel auf der Glenoid-Seite, Pfanne auf der Humerus-Seite. Ermöglicht dem Deltamuskel die Armhebung.

Physiotherapeutische Behandlung

  • Erhaltung der Beweglichkeit: passive und aktiv-assistierte Mobilisierung. Auto-Mobilisierung zu Hause mehrmals täglich. Wärme vor der Sitzung.
  • Isometrische Kräftigung (schmerzadaptiert): Rotatorenmanschette und Deltamuskel. Übungen in geschlossener Kette zur Vermeidung von Impingement.
  • Post-Prothese (anatomisch oder invers): spezifisches Protokoll je nach Prothesentyp. Passive Pendelübungen ab J+1. Progressive Mobilisierung. Kräftigung ab 6-8 Wochen.
  • Funktionelle Anpassung: Kompensationsstrategien für Alltagsaktivitäten. Ergonomische Hilfsmittel. Erhaltung der körperlichen Aktivität angepasst an die Kapazitäten.

Klassifikation

  1. Stadium I – Früh

    Mäßiges Einklemmen der Gelenke, beginnende Osteophyten. Konservative Behandlung.

  2. Stufe II – Moderat

    Deutliches Einklemmen, ausgeprägte untere Osteophyten. Physiotherapie + Infiltrationen.

  3. Stadium III – Schwerwiegend

    Fortgeschrittene Gelenkzerstörung. Eine Schulterprothese ist angezeigt, wenn eine konservative Behandlung nicht ausreicht.

  4. Stadium IV – Sehr schwerwiegend

    Fortgeschrittene Gelenkzerstörung. Eine Schulterprothese ist angezeigt, wenn eine konservative Behandlung nicht ausreicht.

Durchschnittliche Dauer

12 bis 24 Wochen postoperativ

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Wissenschaftliche Quellen

Nur allgemeine Information: Dieser Inhalt ermöglicht weder Diagnose noch Verordnung. Ihre Situation muss medizinisch beurteilt werden.