Bandverletzung
Multidirektionale Instabilität
Instabilität in mindestens 2 Richtungen. Häufig konstitutionelle Hyperlaxität. Konservative Erstbehandlung.
Merkmale
- Unbestimmte Schulterschmerzen, multidirektionales Instabilitätsgefühl (‚Schulter, die rutscht'). Subluxationsepisoden in mehreren Richtungen. Apprehension möglicherweise in Außen- UND Innenrotation.
- Positives Sulcus-Zeichen: inferiore Armtraktion → sichtbare Eintiefung unter dem Akromion > 2 cm. Positive anteriore und posteriore Schubladentests. Beighton-Score zur Quantifizierung der allgemeinen Hyperlaxität.
- Röntgenbilder oft normal. MRT: redundante Gelenkkapsel, erweiterter axillärer Recessus. Keine typische Bankart-Läsion (kein einzelnes ursächliches Trauma).
- Differentialdiagnose mit rezidivierender unidirektionaler Instabilität und willkürlicher Hyperlaxität (Verhaltenskomponente). Psychologische Evaluation kann in komplexen Fällen sinnvoll sein.
Medizinische und chirurgische Behandlung
- Erstbehandlung: spezialisierte intensive Physiotherapie 3-6 Monate. Konzentrische und exzentrische Kräftigung der Rotatorenmanschette. Tägliches Übungsprogramm.
- Versagen der konservativen Behandlung: arthroskopische kapsuläre Plikatur (Reduktion des redundanten Gelenkkapselvolumens). Verschluss des Rotatorenintervalls.
- Chirurgische Alternativen: offener kapsulärer Shift (modifizierte Neer-Technik) bei unzureichender Plikatur. Variable Langzeitergebnisse (70-85% gute Ergebnisse).
Physiotherapeutische Behandlung
- Konservative Erstbehandlung (Erfolgsrate 80%). Intensives Kräftigungsprogramm der Rotatorenmanschette und Skapulafixatoren über mindestens 3-6 Monate.
- Spezifische Kräftigung der dynamischen Stabilisatoren: Arbeit in geschlossener Kette, Ko-Kontraktionen, rhythmische Stabilisierungsübungen. Fortgeschrittene multidirektionale Propriozeption.
- Korrektur der skapulären Dysfunktion (skapuläre Dyskinesie): Kräftigung des unteren Trapezius und des Serratus anterior. Wiederherstellung des normalen skapulohumeralen Rhythmus.
- Bei Versagen der konservativen Behandlung (6-12 Monate): arthroskopische kapsuläre Plikatur (Reduktion des Kapselvolumens). Vorsichtige und verlängerte postoperative Rehabilitation (6 Monate).
Durchschnittliche Dauer
12 bis 24 Wochen Rehabilitation
Termin vereinbarenWissenschaftliche Quellen
Nur allgemeine Information: Dieser Inhalt ermöglicht weder Diagnose noch Verordnung. Ihre Situation muss medizinisch beurteilt werden.